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Sonntag 19.8.01 Lufttag

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Lufttag. Etwas kühl heute, sieht nach Regen aus. Was ist, wenns regnet heute nachmittag?

Nein, es hat nicht geregnet. Die Berliner kamen um 11 Uhr, die Kids schon viel früher. Ich machte wieder die Bilder und den Tagesbericht für die Website (..wenn noch alle schlafen, dachte ich...aber wie früh muss man aufstehen, wenn man früher dran sein will als neugierige Kinder in den Sommerferien...), dann gings gleich los. Nochmal Kaffee kochen, Sachen packen und an den Ort des Geschehens.

Micha war selbst überrascht, wie schwierig es ist auf die Bäume zu kommen. Mehrere Male musste er umseilen. Nach über einer Stunde warten konnten endlich die ersten zwei, Mutter und Sohn, auf den ersten Baum. Aber der Spannungsfaden war da schon arg angespannt. Der zweite Baum wurde mit einem Jungen und einem Mädchen besetzt, der dritte mit einem Jungen. An diesem Sonntagmittag war ein Verkehr auf dieser Srasse, wie ich ihn bisher hier nicht erlebt hatte. Absperrungen mit Warndreieck und Fahrrädern stellten wir auf, und alles ging gut. Wir mussten noch eine Leiter holen. Es dauerte alles einfach viel zu lang. Ich dachte irgendwann, ich bin an einem Filmset und in einer halben Stunde geht das Licht weg...

Für die Kids war die ganze Nummer Abenteuer pur, ein paar Jugendliche aus dem Dorf filmten und machten Tonaufnahmen. In gebührendem Abstand eine Meute weiterer Jugendlicher mit Handys und Zigarettenpackungen, wahrscheinlich SMS über den aktuellen Stand in alle Winkel des Ortes versendend. Gardinenrücken an den Häusern, bei einem Kaffeklatsch im Garten wurden die Sühle umgerückt in Kuckrichtung und die Autofahrer mussten kurz abstoppen um hochschauen zu können. Nein harmlos, und die Feuerwehr wusste bescheit. Als alles fertig war und Micha gerade die letzten Seilschaften in den Rucksack packte, kam sogar die Polizei vorbeigefahren. So als hätten sie für ihren Auftritt erst den passenden Moment abgepasst.

Später am Tage mussten wir uns allerdings doch noch einen Verweis von ihnen abholen, Elke hatte ihren Wagen auf dem Grünstreifen neben dem Campingplaz geparkt. Hier parkt zwar normalerweise jeder, aber nachdem die Polizei über eine Stunde die Situation eines nachmittaglichen Kinderfestes mit Bierausschank kontrolliert hatte (und unser Auto) konnten sie beim Vorbeifahren doch nicht aus ihrer Haut, sie kurbelten das Fenster runter und sagten: Blablabla! Und wir antworteten: Blablablablabla. Und Norbert aufgrund seiner bürokratischen Kennnisse merkte noch an, dass ja blablablablabla.

Später fuhren wir noch mit dem Boot raus, Ferien. Tiefes Grün im Wasser, Seerosen blühen, auf einer Halbinsel Pferde, die uns wittern, und so glaube ich, gerne mit uns spielen würden... Ach ja, sagen die Städter, was hast du es schön hier... ich erwidere, ja aber ich habe leider kaum Zeit dafür. Es ist schon etwas anderes, eine kreative Zeit in der Natur zu haben, oder diese Zeit für Andere zu inszenieren. Ohne mein Handy würde hier garnichts laufen. Äh, was war eigentlich zuerst, die Wende oder das Handy? Und wie ging das eigentlich damals noch im Westen, vor dem Handy?